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Flohbefall bei Hund und Katze

Flohbefall ist ein sehr häufiges Problem bei unseren vierbeinigen Patienten. Dabei werden das Ausmaß und die Folgen für das betroffene Tier als auch dessen Besitzer oft unterschätzt.

 

Zum einen verursacht der Flohspeichel ähnlich dem der Mücke stark juckende Stiche bei Mensch und Tier, zum anderen kann er aber auch Allergien auslösen. Außerdem können Flöhe Würmer und Krankheiten übertragen.

 

Kratzt sich Ihr Tier in der letzten Zeit vermehrt? Schaut sich Ihr Hund plötzlich nach hinten um und beißt sich am Schwanzansatz oder an den Oberschenkeln? Setzt er sich oft ruckartig hin und kratzt sich mit seinen Hinterbeinen am Hals? Bekommt Ihre Katze auf dem Rücken Borken und haarloseStellen? Oder sehen Sie vor allem bei weißhaarigen Vierbeinern kleine schwarze Pünktchen im Fell?

 

Wenn Ihnen zumindest eines dieser Symptome von Ihrem Tier her bekannt vorkommt, sollten Sie den Tierarzt aufsuchen, um sich und den Vierbeiner vor den kleinen Plagegeistern zu schützen.

 

Wie sieht so ein Floh überhaupt aus?

FlohFlöhe haben eine rotbraune Farbe und sind ca. 1-8 mm groß und seitlich abgeplattet.
In der Mehrzahl der Fälle sind sowohl unsere Katzen als auch Hunde vom sogenannten Katzenfloh (Ctenocephalides felis) befallen. Der Hundefloh (Ctenocephalides canis) kommt sehr viel seltener vor. Sowohl männliche als auch weibliche Flöhe leben parasitisch. Sie ernähren sich vom Blut des Wirtes (Mensch oder Tier) und können bis zu 100 Tage auf ihm leben.

 

Wieso ist es so wichtig, Flohbefall rechtzeitig zu bekämpfen?

Die Anzahl der sichtbaren erwachsenen Flöhe stellt nur die Spitze eines Eisberges dar. Auf einen ausgewachsenen Floh kommen nämlich bis zu 100 Jugendstadien (Eier, Larven, Puppen) in der Umgebung! Ein Flohweibchen kann 40-50 Eier am Tag legen. Dies tut es über einen Zeitraum von bis zu 40 Tagen, so dass es in seinem Leben 1000-2000 Eier produziert! Diese fallen relativ schnell aus dem Fell heraus, so dass sie v.a. in der Umgebung des Tieres (Tierlager, Teppichboden, Bodenritzen) liegen bleiben. Dort schlüpfen die Larven, die sich vom Kot der erwachsenen Flöhe ernähren. Sie belästigen den Wirt somit nicht direkt. Die Larven verpuppen sich schließlich und bilden einen Kokon, ähnlich dem der Schmetterlinge. Dieser haftet sehr stark am Untergrund und ist für das menschliche Auge nahezu unsichtbar. In den Kokons können die Flöhe sehr lange überlebensfähig bleiben (bis zu 140 Tage). Sie warten sozusagen nur auf einen günstigen Moment (Erschütterungen durch einen vorbeigehenden Wirt, Temperaturanstieg, Licht) zum Schlüpfen.

 

Welche Erkrankungen können durch Flohbefall auftreten?

1. Juckreiz
Im Flohspeichel befinden sich allergene Substanzen, die zu Rötung, Schwellung und Juckreiz führen

 

2. Blutarmut
Bei starkem Flohbefall kann es durch den Blutverlust zu einer Blutarmut kommen. Davon sind v.a. junge Tiere betroffen

 

3. Flohspeichelallergie
Einige Tiere reagieren besonders allergisch auf den Flohspeichel. Die Haut entzündet sich z.T. schon bei einem einzigen Flohstich und zeigt Pusteln, Rötungen, Schuppenbildung und Haarausfall. Besonders betroffen sind die Regionen am Schwanzansatz, auf dem Rücken und im Nacken.

 

4. Wurmbefall
Flöhe sind Zwischenwirte bestimmter Bandwurmarten. Beim Putzen oder Beißen nimmt das Wirtstier den infizierten Floh auf und verschluckt ihn. Auch Kleinkinder können sich mit den Bandwürmern infizieren.

 

5. andere Krankheiten
Flöhe waren für die Übertragung der Pest verantwortlich. Außerdem können Sie Milben und Hautpilze übertragen.

 

Was kann ich also vorbeugend tun?

Um einen Flohbefall frühzeitig zu erkenn, sollte man regelmäßig das Haarkleid seines Tieres kontrollieren und ab und zu das Fell mit einem Flohkamm, der besonders eng stehende Zinken besitzt, durchkämmen. Bleiben schwarze Krümel im Kamm hängen oder fallen diese aus dem Fell heraus, sollte man sie auf einer weißen Unterlage sammeln und etwas Wasser darauf geben. Flohkot zerläuft nach kurzer Zeit rötlich, da es sich hierbei um unverdautes Blut handelt. Floheier sind eventuell auf einer dunklen Unterlage als helle Pünktchen zu erkennen.

 

Hat man den Verdacht eines Flohbefalls, sollte man sein Tier mit Spot-on-Präparaten behandeln, die man in den Nacken auftropft. Der Wirkstoff zieht dabei in die Unterhaut ein, ist auf dem Haarkleid nicht mehr nachweisbar und saugende Flöhe sterben durch den Wirkstoff im Blut. Diese Präparate wirken z.T. auch gleichzeitig gegen Zecken und haben eine Wirkdauervon ca. 6-8 Wochen (gegen Flöhe).

 

Hat man den Verdacht, dass in der Wohnung schon viele Eier und Larven vorhanden sind, sollte man ein erweitertes Mittel am Tier anwenden, dass auch die Entwicklung der Eier und Larven in der Umgebung unterbindet. Außerdem gibt es Sprays, die sehr effektiv in Wohnräumen angewandt werden können.

 

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Unser Praxisteam berät Sie gerne.




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