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Hundewelpen – Empfehlungen für das Impfen und Entwurmen

Sie haben beschlossen, sich einen kleinen Hund anzuschaffen. Zuvor sollten Sie sich zusammen mit Ihrer Familie darüber Gedanken machen, welche Rasse am besten zu Ihnen passt. Fragen zu Rassebesonderheiten und Tipps zur Haltung, Ernährung sowie Erziehung von Hunden beantworten wir Ihnen jederzeit gerne.

 

Der Charakter eines Hundes wird in den ersten 12-13 Wochen seines Lebens besonders stark geprägt. Deshalb sollten Sie Wert darauf legen, dass Ihr neues Familienmitglied aus einer guten Haltung stammt. Dazu gehört vor allem Familienanschluss und Kontakt zu anderen Artgenossen.

 

Ein Welpe sollte frühestens mit 8 Wochen von seiner Mutter und seinen Geschwistern getrennt werden. Zu diesem Zeitpunkt sollte er durch den Züchter schon mindestens zweimal entwurmt und einmal geimpft worden sein.

 

Jeder Welpe wird schon im Mutterleib über das Blut der Plazenta sowie ab seiner Geburt über die Muttermilch mit Spul- oder Hakenwürmern infiziert. Auch Menschen, v.a. Kinder, können sich mit den Wurmeiern infizieren. Die sich entwickelnden Larven können dann im Körper in die Leber, Lunge oder Netzhaut des Auges wandern.

 

Typische Anzeichen eines Wurmbefalls beim Hund sind Abmagerung, Durchfall, stumpfes Fell und ein sogenannter „Wurmbauch“.

 

Entwurmungsplan für einen Welpen:

3. – 12. Lebenswoche

Rundwurmbehandlung

  • Spulwürmer
  • Hakenwürmer
  • Peitschenwürmer

alle 2-3 Wochen sollte der Welpe Pasten oder Suspensionen bekommen

 

4. – 6. Lebensmonat

Rund- und Bandwurmbehandlung

  • Fuchsbandwurm
  • Gurkenbandwurm
  • Tänien
  • Mesozestoiden

alle 4 Wochen sollte der Welpe Pasten, Suspensionen oder Tabletten erhalten

 

ab dem 6. Lebensmonat

Rund- und Bandwurmbehandlung

3 – 4 x im Jahr sollte der Hund Tabletten bekommen

 

 

Eine weitere Gesundheitsgefahr für den Welpen stellen die sogenannten Infektionskrankheiten dar. Der Welpe ist, wenn er geboren wird, einer Vielzahl von Keimen aus der Umgebung ausgesetzt, mit denen sich sein Immunsystem auseinandersetzen muss. Über die Muttermilch erhalten die Welpen in den ersten 3 Lebenstagen eine Vielzahl von Antikörpern, die sie gegen die verschiedenen Erreger schützen. Dieser Schutz bleibt bei den meisten Infektionserregern bis zur 8. Lebenswoche bestehen, so dass es wenig Sinn macht, die Welpen zu einem früheren Zeitpunkt durch eine Impfung zu immunisieren. Eine Ausnahme macht die sogenannte „Puppy-Impfung“, die mit 5 Wochen durchgeführt wird und einen Schutz vor Parvovirose gibt; der Schutz durch die Muttermilch endet im Fall der Parvovirose nämlich vor der 8. Lebenswoche.

 

Impfplan für einen Welpen:

6. Lebenswoche:

  • Parvovirose

 

8. Lebenswoche

  • Parvovirose
  • Staupe
  • Leptospirose
  • Hepatitis
  • Zwingerhusten

 

12. Lebenswoche

  • Parvovirose
  • Staupe
  • Leptospirose
  • Hepatitis
  • Zwingerhusten
  • Tollwut

 

16. Lebenswoche

  • Parvovirose
  • Staupe
  • Leptospirose
  • Hepatitis
  • Zwingerhusten
  • Tollwut

 

15 Monate

  • Parvovirose
  • Staupe
  • Leptospirose
  • Hepatitis
  • Zwingerhusten
  • Tollwut

 

Danach erfolgt eine jährliche Wiederholung der Impfung, die den jeweiligen Bedürfnissen des Hundes angepasst werden kann.

 

Wie aus dem Plan zu entnehmen ist, müssen die Erstimpfungen mehrfach wiederholt werden. Dies gehört zur Grundimmunisierung, bei der die sogenannten Gedächtniszellen des Immunsystems aktiviert werden sollen. Diese erkennen den Erreger auch noch nach geraumer Zeit als krankmachenden Eindringling und aktivieren die anderen Zellen der körpereigenen Abwehr, um ihn zu eliminieren. Die Zweitimpfung darf allerdings nicht zu spät erfolgen, da ansonsten auch das „Erinnerungsvermögen“ der Gedächtniszellen nachlässt und kein zuverlässiger Impfschutz mehr gewährleistet werden kann.

 

Nun noch ein paar Worte zu den einzelnen Infektionskrankheiten:

Staupe (Carrésche Krankheit)

  • Viruserkrankung (Paramyxovirus)
  • Ansteckung über Speichel und Kot erkrankter Tiere oder über das Blut der Mutter während der Trächtigkeit
  • Bei erwachsenen Hunden kann die Erkrankung symptomlos sein
  • Symptome: Fieberschübe, Inappetenz, Durchfall, Bindehautentzündung, Schnupfen, Bronchitis
  • Keine spezielle Therapie möglich

 

Hepatitis contagiosa canis (ansteckende Leberentzündung)

  • Viruserkrankung (Adenovirus)
  • Tröpfcheninfektion und über Speichel
  • Bei erwachsenen Hunden kann die Erkrankung symptomlos sein
  • Tritt v.a. bei Junghunden und oft im Zusammenhang mit Staupe auf
  • Plötzlicher Tod ohne vorherige Symptome möglich
  • Symptome: Fieber, Mandelentzündung, Lymphknoten-schwellung, Blutungen in der vorderen Augenkammer und unter der Haut, Leber- und Milzvergrößerung, Bronchitis, Durchfall, zentralnervöse Störungen
  • Keine spezielle Therapie möglich

 

Parvovirose (Hundeseuche)

  • Virusinfektion (canines Parvovirus)
  • Ansteckung über Kot und kontaminierte Gegenstände
  • Bei erwachsenen Hunden kann die Erkrankung symptomlos sein
  • Junge Hunde überleben die Infektion oft nicht
  • Symptome: Dünndarmentzündung mit Durchfall, Erbre-chen, Untertemperatur oder Fieber, Inappetenz, Bauchschmerzen
  • Keine spezielle Therapie möglich

 

Leptospirose (Stuttgarter Hundeseuche/Weilsche Krankheit)

  • Bakterielle Infektion (Leptospiren)
  • Ansteckung über Urin oder Speichel, auch von Schadnagern
  • Bei erwachsenen Hunden kann die Erkrankung symptomlos sein
  • Symptome: Hautblutungen, Nierenentzündung, Throm-bosen, Gelbsucht
  • Die Krankheit wird meist überstanden, es bleiben jedoch häufig Nierenschädigungen zurück
  • Keine spezielle Therapie möglich

Diese Erkrankung ist auch auf den Menschen übertragbar!

 

Zwingerhustenkomplex

Bakterielle und Virusinfektion
Tröpfcheninfektion
Symptome: Trockener Husten, Würgen, Mandel-entzündung, evtl. Fieber
Therapie: Antibiose, Stärkung der Immunabwehr

 

Tollwut (Rabies)

  • Virusinfektion (Lyssavirus)
  • Infektion durch Speichel (Bisswunden, Hautabschürfungen)
    Symptome:
    1. Zuerst Wesensänderungen (Ängstlichkeit, Bellen, Überfreundlichkeit)
    2. Dann Aggressivität, Drangwandern, Fressen von Gegenständen, Speicheln, epileptische Anfälle
    3. Am Ende Erschöpfung, Lähmungen, Tod
  • Therapie: keine, verboten, das Tier muss getötet werden
  • Die Diagnose ist nur anhand von Gehirnmaterial zu stellen, d.h., dass das Tier für die Untersuchung getötet werden muss. Hat ein Hund einen Menschen gebissen oder verletzt, kann das Opfer verlangen, dass der Hundebesitzer den Nachweis einer gültigen Tollwutimpfung vorlegt. Ist dies nicht möglich, weil die Impfung versäumt wurde, bleibt rechtlich gesehen nur die Möglichkeit das Tier zu töten, um ausschließen zu können, dass der Hund an Tollwut erkrankt war. Schon allein aus diesem Grund ist das Einhalten der Impfintervalle dringend anzuraten.

 

Diese Erkrankung ist durch den Biss eines erkrankten Tieres auf den Menschen übertragbar!




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