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Kaninchenhaltung

Sie möchten sich ein Kaninchen anschaffen oder besitzen bereits eines. Um sicherzustellen, dass das Tier gesund und munter bleibt, sollten Sie sich über die optimalen Haltungsbedingungen von Kaninchen informieren. Kaninchen verfügen über ein paar anatomische Besonderheiten, die sie von anderen Säugetieren unterscheiden. Im Folgenden soll kurz darauf eingegangen werden.

 

Verdauungstrakt

  • Lebenslanges Zahnwachstum, v.a. bei Zwergkaninchen bereitet dies häufiger Probleme
  • Regelmäßige Zahnkontrolle (inklusive Backenzähne), besonders bei verringerter Nahrungsaufnahme, ist besonders wichtig
  • Koprophagie (Fressen von Blinddarmkot): Dient der Vitaminaufnahme, auf keinen Fall unterbinden!
  • Geringe Darmmotorik: Kaninchen haben eine sehr geringe Darmeigenmotorik, d.h. eine regelmäßige Futteraufnahme ist nötig, um die Verdauung zu fördern
  • Kaninchen müssen immer Heu zur Verfügung haben
  • Hitzeempfindlichkeit: Optimale Umgebungstemperatur: 18°C - Deshalb das Kaninchen niemals im Sommer in der prallen Sonne nach draußen setzen
  • Im Sommer besteht zusätzlich die Gefahr, dass Fliegen ihre Eier in Wunden oder feuchte Körperbereiche (Analregion bei Durchfällen) legen und es zu Madenbefall kommt – deshalb müssen die Kaninchen jeden Abend kurz untersucht werden!

 

Fortpflanzung

  • Der Eisprung wird beim Kaninchen durch den Deckakt provoziert
  • Trächtigkeit: 29-31 Tage
  • Normalerweise werden 3-8 Junge geboren
  • Die Augen öffnen sich nach 8-10 Tagen
  • Die Jungen können mit 4-6 Wochen abgesetzt werden

 

Verhalten

  • Kaninchen sind häufig recht aggressiv anderen Artgenossen gegenüber
  • Am besten lässt sich eine Häsin zusammen mit einem kastrierten Bock halten
  • Die gemeinsame Haltung mit Meerschweinchen ist dagegen kein Problem
  • Kaninchen besitzen unter dem Kinn eine Duftdrüse, weswegen sie oft mit dem Kinn an Gegenständen reiben

 

Haltung

  • Käfighaltung mit Freilauf empfehlenswert
  • An den Freilauf, v.a. an frisches Gras, müssen die Kaninchen aber erst langsam gewöhnt werden
  • Bei Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt sollten Kaninchen ins Haus/ Garage geholt werden
  • Der Käfig muss gegen Witterungseinflüsse, v.a. Zugluft geschützt sein
  • Als Einstreu eignen sich Stroh und Heu, bei nicht allzu großer Kälte auch Sägespäne

 

Fütterung

  • Kaninchen neigen zur Fettleibigkeit, am energiereichsten ist das Kraftfutter, das nur in geringen Mengen gefüttert werden sollte (1 Eßl. / kg Körpergewicht)
  • Als Grundfutter eignet sich Heu (muss immer vorhanden sein!), Möhren, Petersilie, Kohlrabi und Apfel
  • Es muss immer frisches Wasser zur Verfügung stehen!
  • Aufgrund des ständigen Zahnwachstums muss die Möglichkeit zum Nagen gegeben sein (Zweige von Obstbäumen oder Weiden)

 

Impfungen

Auch Kaninchen müssen geimpft werden:

RHD (Rabbit Hemorrhagic Disease / Chinaseuche)

  • Virusinfektion
  • Übertragung durch kontaminiertes Futter (Löwenzahn/Grünfutter) und Gegenstände, außerdem durch Insekten
  • Oft plötzlicher Tod ohne vorherige Symptome
  • Ansonsten Nasenbluten, Atembeschwerden, Fieber
  • Vorbeuge durch eine Impfung, die jedes Jahr wiederholt werden muss

 

Myxomatose

  • Virusinfektion (Pockenvirus)
  • Tritt v.a. im Juli und August auf
  • Übertragung durch Mücken
  • Symptome: Entzündung der Augenlider, Schwellung, Tränenfluss, außerdem Schwellungen im Maul, an der Nase, den Ohren und der Anogenitalregion

Die Kaninchen sterben in der Regel an dieser Erkrankung
Vorbeuge durch Impfung, die 6 Monate wirkt, deshalb ist eine Impfung zu Beginn der Freilandsaison zu empfehlen

 

 

Krankheitsanzeichen, bei denen man unbedingt den Tierarzt aufsuchen sollte:

Augen

  • Augeneintrübungen
  • Augenausfluss, geschwollene Augenlider

 

Nase

  • Nasenausfluss, Schnupfen

 

Ohren

  • Krusten in den Ohren (Ohrmilben)
  • Schwellungen in den Ohren

 

Haut

  • Knotige Schwellungen
  • Haarverlust
  • Schuppen, Borken
  • Wunde Läufe
  • Madenbefall

 

After

  • Verschmutzungen / Durchfall
  • Madenbefall

 

Maul

  • Verklebungen
  • Zahnfehlstellungen

 

Atmung

  • Erschwerte Atmung
  • Rasselgeräusche

 

Bauch

  • Geblähter Bauch
  • Verspannter Bauch / Bauchschmerzen

 

Nervensystem

  • Kopfschiefhaltung
  • Krämpfe
  • Lähmungen




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