print-logo

Katzenwelpen - Empfehlungen für das Impfen und Entwurmen

Sie haben beschlossen, sich eine kleine Katze anzuschaffen.

Zuvor sollten sie sich allerdings ein paar Gedanken zur Haltung, Ernährung sowie Rassebesonderheiten von Katzen machen. Fragen zu diesen Themen beantworten wir Ihnen jederzeit gerne.

 

Ein Katzenwelpe sollte frühestens mit 8 Wochen von seiner Mutter und seinen Geschwistern getrennt werden. Zu diesem Zeitpunkt sollte er durch den Züchter schon mindestens zweimal entwurmt und einmal geimpft worden sein.

 

Jeder Katzenwelpe wird schon im Mutterleib über das Blut der Plazenta sowie ab seiner Geburt über die Muttermilch mit Spul- oder Hakenwürmern infiziert. Auch Menschen, v.a. Kinder, können sich mit den Wurmeiern infizieren. Die sich entwickelnden Larven können dann im Körper in die Leber, Lunge oder Netzhaut des Auges wandern.

 

Typische Anzeichen eines Wurmbefalls bei der Katze sind Abmagerung, Durchfall, stumpfes Fell und ein sogenannter „Wurmbauch“.

 

Entwurmungsplan für einen Katzenwelpen:

Saugwelpen:

3., 5., 7. Lebenswoche

 

3. – 6. Lebensmonat:

alle 4 Wochen

 

ab dem 6. Lebensmonat:

2-4-mal im Jahr

 

Eine weitere Gesundheitsgefahr für den Welpen stellen die sogenannten Infektionskrankheiten dar. Der Katzenwelpe ist, wenn er geboren wird, einer Vielzahl von Keimen aus der Umgebung ausgesetzt, mit denen sich sein Immunsystem auseinandersetzen muss. Über die Muttermilch erhalten die Kätzchen in den ersten 3 Lebenstagen eine Vielzahl von Antikörpern, die sie gegen die verschiedenen Erreger schützen. Dieser Schutz bleibt bis zur 8. Lebenswoche bestehen, so dass es wenig Sinn macht, die Welpen zu einem
früheren Zeitpunkt durch eine Impfung zu immunisieren.

 

Impfplan für einen Katzenwelpen:

8. Lebenswoche

Katzenschnupfen, Katzenseuche

 

12. Lebenswoche

Katzenschnupfen, Katzenseuche, Tollwut

 

1. Lebensjahr

Katzenschnupfen, Katzenseuche, Tollwut

 

Danach jedes Jahr komplette Nachimpfung.

 

Die Impfung gegen Katzenschnupfen und –seuche sollte auf jeden Fall durchgeführt werden. Wie aus dem Impfplan zu entnehmen ist, müssen die Impfungen gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche nach 4 Wochen noch einmal wiederholt werden. Dies gehört zur Grundimmunisierung, bei der die sogenannten Gedächtniszellen des Immunsystems aktiviert werden sollen. Diese erkennen den Erreger auch noch nach geraumer Zeit als krankmachenden Eindringling und aktivieren die anderen Zellen der körpereigenen Abwehr, um ihn zu eliminieren. Die Zweitimpfung darf allerdings nicht zu spät erfolgen, da ansonsten auch das „Erinnerungsvermögen“ der Gedächtniszellen nachlässt und kein zuverlässiger Impfschutz mehr gewährleistet werden kann.

 

Möchte man besonders sicher gehen und seine Katze zusätzlich gegen Leukose und FIP impfen, sollte man dies zeitlich versetzt zu den anderen Impfungen vornehmen, um das Immunsystem nicht zu überfordern.

 

Gegen Leukose sollte idealerweise erst geimpft werden, wenn ein Bluttest der Katze gezeigt hat, dass sie noch frei von dieser Krankheit ist. Die erste Impfung kann dann ab einem Alter von 8 Wochen erfolgen und muss nach 4 Wochen noch einmal aufgefrischt werden. Danach beträgt das Impfintervall ebenfalls 1 Jahr. Bei der Impfung gegen FIP handelt es sich um einen Impfstoff, der in die Nase eingeträufelt wird. Auch hier muss eine Grundimmunisierung erfolgen. Die erste Behandlung kann in einem Alter von 16 Wochen durchgeführt werden. Die zweite Impfung erfolgt dann 3 Wochen später. Danach erfolgt die Immunisierung 1 mal jährlich.

 

Nun noch ein paar Worte zu den einzelnen Infektionskrankheiten:

Katzenschnupfenkomplex

  • Virus- und bakterielle infektion
  • Ansteckung über direkten Kontakt mit erkrankten Tieren sowie Tröpfcheninfektion
  • Symptome: Schnupfen, Niesen, Bindehautentzündung, in schweren Fällen auch Fieber
  • Mögliche Komplikationen: Blindheit (ein- oder beidseitig), chronische Bronchitis, Immunschwäche
  • Keine spezielle Therapie möglich, Versuch der Steigerung der Immunabwehr, Antibiose gegen Begleitkeime, Behandlung der Bindehautentzündung

 

Katzenseuche

  • Viruserkrankung (felines Parvovirus)
  • Ansteckung über direkten oder Kontakt mit kontaminierten Gegenständen
  • Es sind v.a. junge Katzen betroffen
  • In schweren Fällen kann die Erkrankung ohne vorherige Symptome tödlich verlaufen
  • Symptome: Mattigkeit, Inappetenz, Erbrechen, hohes Fieber
  • Keine spezielle Therapie möglich, Infektion verläuft meist tödlich

 

Leukose (FeLV)

  • Virusinfektion (felines Leukämievirus)
  • Ansteckung über direkten Kontakt mit erkrankten Tieren sowie Tröpfcheninfektion
  • Die Infektion kann klinisch inapperent, d.h. für den Besitzer nicht sichtbar verlaufen
  • Symptome: Fieber, schlechtes Allgemeinbefinden, Blutarmut, erhöhte Anfälligkeit für andere Krankheiten, Zahnfleischentzündungen, Blutungen in die vordere Augenkammer, Tumoren, Gelenkbeschwerden
  • Keine spezielle Therapie möglich

 

FIP (Feline Infektiöse Peritonitis)

  • Virusinfektion (Coronavirus)
  • Das feline Coronavirus kommt bei fast allen Katzen natürlicherweise im Darm vor und verursacht keine Erkrankung
  • Durch eine Mutation kann das Virus allerdings bösartig werden und FIP verursachen
  • Ansteckung über direkten Kontakt mit erkrankten Tieren sowie Tröpfcheninfektion
  • Symptome: Fieber, Inappetenz, Bauchhöhlenergüsse (dicker Bauch), Abmagerung, Blutarmut, Atmungsbeschwerden, neurologische Ausfälle, Ablagerungen in der vorderen Augenkammer
  • Dadurch, dass das Virus bei den meisten Katzen als gutartige Variante im Darm vorkommt, ist der Nachweis der Erkrankung sehr schwierig, denn bei all diese Katzen werden Antikörper gegen Coronaviren im Blut nachgewiesen
  • Keine spezielle Therapie möglich, Krankheit verläuft tödlich

 

Tollwut (Rabies)

  • Virusinfektion (Lyssavirus)
  • Infektion durch Speichel (Bisswunden, Hautabschürfungen)
  • Symptome: Zuerst Wesensänderungen (Verkriechen, gehäuftes Miauen, Schreckhaftigkeit, Durchfall)
  • Dann Aggressivität, Beißanfälle, Gleichgewichtsstörungen
  • Am Ende Erschöpfung, Lähmungen, Harn- und Kotabsatzstörungen, Selbstverletzung, Heiserkeit, Schluckbeschwerden, Tod
  • Therapie: keine, verboten, das Tier muss getötet werden

 

Die Diagnose ist nur anhand von Gehirnmaterial zu stellen, d.h., dass das Tier für die Untersuchung getötet werden muss. Hat eine Katze einen Menschen gebissen oder verletzt, kann das Opfer verlangen, dass der Besitzer einen Nachweis einer gültigen Tollwutimpfung vorlegt. Ist dies nicht möglich, weil die Impfung versäumt wurde, bleibt rechtlich gesehen nur die Möglichkeit das Tier zu töten, um ausschließen zu können, dass die Katze an Tollwut erkrankt ist. Schon allein aus diesem Grund ist das Einhalten der Impfintervalle dringend anzuraten.




© Copyright Tierärztliche Gemeinschaftspraxis Dres. Karen u. Stefan Mösenfechtel - 2018. All rights reserved :: Impressum ::